Sergiu Celibidache

 

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Celibidache Festival 2004

 

 Stiftung 

2. Sergiu Celibidache Festival

2. bis 16. Oktober 2004

 

Konzerte   Meisterklassen    Filmfestival  Biographien

"Lehren ist das höchste menschliche Tun" Diesem Grundsatz verpflichtet, hat Sergiu Celibidache
(1912 -1996) gelebt und im verlauf von über 50 Jahren viele Generationen von Schülern unterrichtet.
Dieser Grundsatz ist auch eines der zentralen Anliegen der Sergiu Celibidache Stiftung.

Somit steht auch im Mittelpunkt des 2. Festivals die pädagogische Arbeit. In Kooperation mit der
Hochschule für Musik und Theater München sowie der Bayerischen Theaterakademie August
Everding werden in Zusammenarbeit mit der Jungen Münchner Philharmonie e.V. Meisterkurse mit
Professor Wolfgang Gaag, Professor Peter Sadlo, Professor Michael Hentz , Rony Rogoff, Professor John-Edward Kelly und Konrad von Abel durchgeführt.

Vom 8. bis 10. Oktober 2004 gibt es wieder ein Filmfestival in Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum im Münchner Stadtmuseum. Unter dem Motto "Celi geht ins Kino".

Zum Abschluss des 2. Sergiu Celibidache Festivals finden am Samstag, den 16. Oktober 2004 zwei Benefizkonzerte zu Gunsten der Stiftung im Münchner Prinzregententheater statt

Das gesamte Festival ist eine Benefizveranstaltung zugunsten der Sergiu Celibidache Stiftung.

Konzerte

"Der Zauberlehrling"
Familienkonzert mit "Entführung" in die musikalische Abenteuer des "Zauberlehrlings" von Paul Dukas und in die traumhaften Klangwelten des 1. Cellokonzerts von Camille de Saint-Saens. In der Pause hat das (junge) Publikum die Möglichkeit, die Musikinstrumente des Orchesters auf "Intrumenteninseln" zu hören, zu sehen, anzufassen und selbst auszuprobieren.

Münchner Jugendorchester
Heinrich Klug, Moderation und Leitung
Prinzregententheater, Großes Haus
Samstag, 16. Oktober 2004, 15 Uhr

Peter Sadlo & Friends
Percussion pur! Das Ensemble um Peter Sadlo nimmt Sie mit auf eine ungewöhnliche Reise durch
Klangwelten der ganz besonderen Art. Zusammen mit seinem Ensemble erzeugt Peter Sadlo ein faszinierendes Klang-Erlebnis - archaisch und meditativ, mitreißend-rhythmisch und mit treibender (Ur-)Kraft. Trotz der Beschränkung auf ein reines Percussion-Instrumentarium schillert die Musik in den buntesten Klangfarben und zeigt eine erstaunliche Sound-Vielfalt. Öffnen Sie Ihre Sinne für ein spannendes musikalisches Abenteuer.

Prinzregententheater, Großes Haus
Samstag, 16. Oktober 2004, 20 Uhr

Meisterklassen

In der Zeit zwischen dem 3. und 16. Oktober 2004 werden folgende Meisterklassen veranstaltet:

Meisterklasse mit Prof. Wolfgang Gaag für Blechbläser
zur Vorbereitung auf Probespiele, Konzerte und Orchesterstellen
unter besonderer Berücksichtigung von Ansatz und Atmung (Clinics).
Termin: 4. bis 6. Oktober 2004
Ort: Hochschule für Musik und Theater München

Meisterklase mit Michael Hentz für Streicher
(zur technischen und künstlerischen Fortbildung und Vorbereitung auf
Konzerte, Probespiele, internationale Wettbewerbe) und bestehende
Kammermusik-Ensembles (insbesondere Streichquartett).
Der Kurs steht allen Instrumenten offen.
Termin: 7. bis 10. Oktober 2004
Ort: Bayerische Theaterakademie August Everding Prinzregententheater

Meisterklasse mit Rony Rogoff für Streicher
für Ensembles unterschiedlicher Größe und Solisten
Arbeitsphase: 4. -10. Oktober 2004
Ort: Bayerische Theaterakademie August Everding Prinzregententheater

Meisterklasse mit Prof. Dr. Peter  Sadlo für Schlagzeug
Termin: 11. bis 16. Oktober 2004
Ort: Hochschule für Musik und Theater München

Orchesterdirigierkurs mit Konrad von Abel
Termin: 2. bis 8. Oktober 2004
Ort: Hochschule für Musik und Theater München

Der Kurs richtet sich an Dirigierstudenten sowie an Schul-und Kirchenmusiker mit Orchestererfahrung. Die Kursstücke sind von den aktiven Teilnehmern so vorzubereiten, dass sie auswendig dirigiert werden können. Es besteht die Möglichkeit, dem gesamten  Kurs als passiver Teilnehmer beizuwohnen. Als Vorbereitung auf den Kurs wird die Lektüre des Vortrags von Sergiu Celibidache "Über musikalische Phänomenologie" (triptychon , 2001) empfohlen. Der Dirigierkurs wird in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit der Jungen Münchner Philharmonie e.V. durchgeführt. Das Dirigierkursorchester wird von der Jungen Münchner Philharmonie gestellt.
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Filmfestival

2.Sergiu Celibidache Film Festival

Vom  8. bis 10. Oktober 2004 gibt es wieder ein Filmfestival in Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum im Münchner Stadtmuseum. Unter dem Motto "Celi geht in Kino" werden neben Filmdokumenten aus verschiedenen Schaffensjahren Celibidaches (jeweils um 18.30 Uhr) auch Spielfilme gezeigt. Die Auswahl orientiert sich an Celibidaches kinematographischen Vorlieben – drei Ikonen des Kinos: Charlie, der Tramp; Karl Valentin, der Tragiker; Alfred Hitchcock, der Maestro, stehen im Mittelpunkt.

Harald Eggebrecht zum 2. Sergiu Celibidache Film Festival

Freitag, 8. Oktober 2004, 18.30 Uhr
Le Jardin de Sergiu Celibidache
(Der Garten des Sergiu Celibidache)
Frankreich 1996 - R+B: Serge Ioan Celebidachi - K: Bryan Hook
M: Anton Bruckner, Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Joseph Haydn, Béla Bartók
147 min, OmU

Freitag, 8. Oktober 2004, 21.00 Uhr
City Lights (Lichter der Großstadt)
USA 1931 - R+B+M+D: Charles Chaplin - K: Roland Totheroh - Virginia Cherill, Florence Lee, Harry Meyers, Allan Garcia, Hank Mann, Herny Bergman - 97min, dtF
(Einführung: Harald Eggebrecht)

Samstag, 9. Oktober 2004, 18.30 Uhr
Maurice Ravel: BOLÉRO
(Probe und Konzert)
Schweden 1966 - P: Lars Egler - Schwedisches Rundfunk-Symphonie-Orchester - 49 min
Franz Schubert: “Rosamunde-Ouvertüre / Maurice Ravel: La Valse
Frankreich 1975 - R: Jean Hennin - L'Orchestre National de l'ORTF - zus. 32 min
Anton Dvorák: Slawischer Tanz No. 8
(Probe und Konzert)
Schweden 1966 - P: Lars Egler - Schwedisches Rundfunk-Symphonie-Orchester - 22 min

Samstag, 9. Oktober 2004, 21.00 Uhr
Filme von und mit Karl Valentin & Liesl Karlstadt
(Einführung: Harald Eggebrecht)
Im Schallplattenladen - Deutschland 1934 – R:Hans H.Zerlett – D:Karl Valentin, Liesl Karlstadt, Elisa­beth Papperlitz - 19min
Orchsterprobe - Deutschland 1933 - R:Carl Lamac - D:Karl Valentin, Liesl Karlstadt - 22 min
Der Zithervirtuose - Deutschland 1934 - R:Franz Seitz - D:Karl Valentin - 8 min
Musik zu Zweien - Deutschland 1936 - R:Erich Engels - K:Edgar S.Ziesemer - D:Karl Valentin,
Liesl Karlstadt, Reinhold Bernt, Josef Rankl - 16 min
Ein verhängnisvolles Geigensolo - Deutschland 1936 - R:Rolf Raffé - K:Josef Illig -
D:Karl Valentin, Liesl Karlstadt, Max Moll - 19min

Sonntag, 10. Oktober 2004, 16.30 Uhr
Furtwänglers Liebe
Deutschland 2004 - R+B: Jan Schmidt-Garre, in Zusammenarbeit mit Georg-Albrecht Eckle
K: Thomas Bresinsky - 70 min Jan Schmidt-Garre ist anwesend

Sonntag, 10. Oktober 2004, 18.00 Uhr
Anton Bruckner - Symphonie No. 4 Es-Dur
BRD 1983 - R: Klaus Lindemann - Münchner Philharmoniker - 85 min

Sonntag, 10. Oktober 2004, 21.00 Uhr
The Man Who Knew Too Much (Der Mann, der zuviel wusste)
USA 1955 - R: Alfred Hitchcock -
B:John Michael Hayes - K:Robert Burks -
M:Bernard Herrmann - D:James Stewart, Doris Day, Brenda DeBanzie,Bernard Miles,
Daniel Gélin, Reggie Nalder - 119 min, OmU
(Einführung: Harald Eggebrecht)

Biographien

Konrad von Abel

Konrad von Abel, 1958 in Stuttgart geboren, erhielt dort seine erste musikalische Ausbildung bei den Hymnus-Chorknaben. Bereits im Alter von 17 Jahren lernte er Sergiu Celibidache kennen und empfing von dessen Art zu musizieren die entscheidenden Impulse. Von Abel setzte parallel zum Klavier- und Musiktheoriestudium an der Musikhochschule Stuttgart, das er 1983 mit dem künstlerischen Diplom abschloss, seine Dirigierausbildung in den Meisterkursen Sergiu Celibidaches fort. Von 1986 bis 1989 studierte er zudem Philosophie (Prof. Henrich) und Musikwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Während er von 1986 bis 1996 künstlerischer Assistent Celibidaches bei den Münchner Philharmonikern und verantwortlicher Dozent für dessen Dirigierklasse war, entfaltete von Abel umfangreiche Dirigieraktivitäten u.a. in Frankreich, der Schweiz, Italien, Deutschland, Finnland und Japan. Die zur Verwirklichung seiner musikalischen Vorstellung nötigen Arbeitsbedingungen sind im herkömmlichen Musikbetrieb immer seltener zu finden. So wirkt von Abel überwiegend an Orten und Einrichtungen außerhalb der großen Musikzentren, wo er die geeigneten Bedingungen selbst schaffen kann

Seine zahlreichen Seminare über musikalische Phänomenologie, seine Meisterkurse für Kammermusik und die Dirigierkurse in Frankreich, in der Schweiz und in Deutschland werden von Musikern und Musikinteressierten aus aller Welt besucht.

Konrad von Abel ist künstlerischer Leiter der 1999 ins Leben gerufenen Académie Internationale de Musique unweit Besançon. Mit dem dort ansässigen Orchestre des Régions Européenes unternimmt er im Oktober 2004 eine Konzertreise durch Deutschland und Frankreich zur Wiederentdeckung des Komponistenkreises um Heinrich Kaminski (1886 – 1946). Im April 2005 ist er mit seinem Orchester zum Mexico Music Festival eingeladen.

Als Gründer und ständiger Dirigent des Monteverdi - Chores München gibt er mit diesem hochqualifizierten a-cappella-Ensemble regelmäßig Konzerte in ganz Deutschland.

Wolfgang Gaag

Daß Wolfgang Gaag, geb. 1943 in Waldsassen, einst Hornist werden würde, stand keineswegs sofort fest. Sein musikalisches Talent zeigte sich allerdings schon im Grundschulalter, als er ersten Musik- und Gesangsunterrricht erhielt. Nach dem Wechsel aufs Realgymnasium waren zunächst Violine und Bratsche seine Instrumente und er trat erstmals solistisch als Geiger auf.

Nach dem Abitur in Bayreuth 1964 fiel die Entscheidung zu Gunsten des Horns. Er nahm sein Studium an der Hochschule für Musik in Berlin auf (u.a. Horn bei Prof. Gohlke, Musiktheorie und Tonsatz bei Prof. Ernst Pepping) und studierte parallel dazu an der TU Berlin mit dem Ausbildungsziel Tonmeister. 1969 schloß er seine Studien ab. Bereits während des Studiums war Wolfgang Gaag Solo-Hornist im "Rias-Jugendorchester" und im Orchester der Jeunesses Musicales.

Nach dem Studium wurde er Solo-Hornist der Bamberger Symphoniker zwischen 1979 und 1981 war Wolfgang Gaag Mitglied des Orchesters der Bayreuther Festspiele, ab 1980 Solo-Hornist des RSO Stuttgart und seit 1982 Solo-Hornist der Münchner Philharmoniker.

Sein besonderes Pädagogisches Talent beweist Wolfgang Gaag im Rahmen seiner Lehrtätigkeit an den Staatlichen Hochschulen für Musik in Trossingen (1982-1985), Stuttgart (1986-1991) und München, wo er seit 1995 eine ordnentliche Professur für das Fach Horn inne hat, sowie als Leiter zahlreicher Meisterkurse. Als Juror ist er bei vielen Wettbewerben im In- und Ausland tätig.

Darüber hinaus tritt Wolfgang Gaag als Solist und Kammermusiker mit namhaften Dirigenten und orchestern im In- und Ausland auf. Er zählt zu den Gründern der Deutschen Bläsersolisten und von German Brass.

Michael Hentz

Michael Hentz ist Professor für Violine am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris. Als gebürtiger Straßburger beginnt er sein Musikstudium am Konservatorium seiner Heimatstadt und setzt es, dank eines Stipendiums des französischen Außenministeriums, am Rimsky Korsakov Konservatorium von St. Petersburg fort, als Schüler von Mikhail Vaiman und Boris Gutnikov.

Über mehr als 10 Jahre besuchte er die Seminare über musikalische Phänomenologie sowie Orchesterproben von Sergiu Celibidache und erhielt von ihm wichtige musikalische Wegweisung. Im Besitz eines weiten Repertoires gibt er Solo- oder Kammermusikkonzerte und tritt als Solist mit Orchestern in Europa und in den USA auf. Darüber hinaus wird er auch als Gastdirigent zu verschiedenen Orchestern eingeladen.

Von 1983 bis 1994 unterrichtete er Kammenrmusik an der Ecole Normale de Musique Alfred Cortot von Paris und seit 1994 am Conservatoire National Supérieur de Musique ebenfalls in Paris. Als bekannter Pädagoge leitet er Meisterklassen in veschiedenen Ländern. Mehrere seiner Schüler werden bei internationalen Wettbewerben preisgekrönt und in namhafte Orchester und Ensembles aufgenommen.

John - Edward Kelly

John-Edward Kelly wurde in San Francisco geboren. Er konzertierte in Nord- und Süd-Amerika, im Mittelosten und überall in Europa, trat in zahllosen internationalen Rundfunk- und Fernsehproduktionen auf und spielte bisher 22 CD's ein. Sein Repertoire besteht weitgehend aus speziell für ihn geschriebenen Werken, die er als Solist bei renommierten Orchestern, im Duo mit dem Pianisten Bob Versteegh und Bojan Goriack sowie mit dem 1994 von ihm gegründeten Alloys Ensemble spielt. Kelly hat bereits mehr als 170 neue Kompositionen für Saxophon uraufgeführt, darunter 27 Konzerte für Saxophon und Orchester. GHöhepunkte der letzten Saison waren Solo -
Auftritte bei dem Stockholm Philharmonic Orchestra, dem Swedish Radio Orchestra, dem Helsinki Philharmonic Orchesta, den Münchner Philharmonikern, dem Radio Philharmonisch Orkest und Radio Kamerorkest in Amsterdam, der Berliner Staatskapelle, dem gewandhaus Orchester, dem Münchner Kammerorchester, der Polnischen Kammerphilharmonie, dem Residentie Orkest, dem RSO Stuttgart, dem MDR Sinfonieorchester Leipzig und dem Deutschen Sinfonieorchester Berlin sowie eine Live-Übertagung in 27 Nationen mit dem Saarländischen RSO.

Darüber hinaus hielt John-Edward Kelly Kelly Vorlesungen und Meisterkurse an vielen Musikhochschulen und Universitäten (wie in London, Helsinki, Oslo, Den Haag, Stockholm, Stuttgart, York, Rochester oder Lyon); veröffentlichte in mehreren Sprachen Aufsätze über zeitgenössische Musik, ästhetische Fragen und das Saxophon; hielt für Architekten Kurse über die Akustik, allgemeine Musikkurse für Tänzer sowie "Lauschkurse" für Jugendliche.

1981 wurde John-Edward Kelly durch seinen Lehrer Sigurd Rascher gebeten, dessen Nachfolge im
Raschen Quartett anzutreten. Er spielte bis 1990 in diesem Ensemble und war während dieser Zeit verantwortlich für das Entstehen vieler der erfolgreichsten Werke in dessen Repertoire. Bemerkenswert ist außerdem Kellys breites Interessenfeld: Wahrend der Unviversitätszeit zum Beispiel galt seine Aufmerksamkeit vor allem der Philosophie und der englischen Literatur, seit vielen Jahren ist er außerdem ein aktiver Berufsflieger und Ausbildungspilot. In den letzten Jahren kehrt er immer häufiger zu seinen musikalischen Ursprüngen - dem Dirigieren - zurück. John-Edward Kelly lebt seit 1982 in Deutschland als freischaffender Künstler und leitet seit 1996 eine Klasse in zeitgenössischer Kammermusik als Professor an der Robert-Schumann-Hochschule
Düsseldorf, 1999 wurde er zum Mitglied der Königlischen Schwedischen Akademie der Musik gewählt, wohl eine der traditionsreichsten Musiker-Ehrungen überhaupt. Im Jahre 2000 wurde er außerdem für eine Professur an der Staatlichen Norwegischen Musikakademie in Oslo berufen.

Münchner Jugendorchester

Im Jahre 1983 aus einer Privatinitiative heraus entstanden, hat sich das Münchner Jugendorchester, als Teil der Jungen Münchner Philharmonie e.V. zu einem der führenden Nachwuchsklangkörper Münchens und Bayerns entwickelt.

Die durch Probespiel ausgesuchten Mitglieder des Orchesters sind Schüler und Studenten aus München und Umgebung im Alter von ca. 15 bis 25 Jahren. In wöchentlichen Proben wird den jungen Musikern die Gelegenheit geboten, unter professionellen Bedingungen die große symphonische Literatur aller Epochen einzustudieren. Jährlich werden dabei zwei bis drei symphonische Programme erarbeitet, die der Öffentlichkeit in 15 bis 20 Konzerten pro Jahr vorgestellt werden.

Höhepunkte der Arbeit sind Konzertreisen im In- und Ausland, die das Münchner Jugendorchester unter seinen früheren Dirigenten nach Spanien, Frankreich, Italien, Amerika, Schweden, Kroatien, Slowenien, Finnland, Ungarn und Tschechien führten. Dabei tritt das Orchester regelmäßig bei internationalen Musikfestspielen auf und fungiert als Repräsentant und Botschafter der Stadt München.

1993 wurde das Münchner Jugendorchester mit dem Förderpreis der Ernst-von-Siemens-Stiftung ausgezeichnet und dabei als wichtige Ausbildungsstätte für Berufsorchester gewürdigt. 1997 wurde dem Orchester der Dieter-Ullrich-Musik-Förderpreis verliehen. Beim Jugendorchester-Wettbewerb 2000 der Jeunesses Musicales Deutschland wurde das Münchner Jugendorchester mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Im Jahr 2003 feierte das Münchner Jugendorchester sein 20-jähriges Bestehen.

Seit November 2003 wird das Orchester von Raphael von Hoensbroech geleitet.

Rony Rogoff

“Rony Rogoff ist der einzige Geiger, der auf jeden spezifischen Stil die richtigen Proportionen anwendet, und der überragende Mozartspieler unserer Zeit – einer der wenigen, die von der hinter den Klängen liegenden Wahrheit wissen und fähig sind, diese auch zum Ausdruck zu bringen.” So sah Sergiu Celibidache seinen einstigen Schüler.

Der aus Israel stammende Rony Rogoff erhielt ersten Geigenunterricht von seinem Vater, einem Gründungsmitglied des Israel Philharmonic Orchestra, und von Ramy Shevelov. Dann studierte er an der Juilliard School in New York bei Ivan Galamian und vor allem bei Dorothy DeLay. Schließlich war er noch Schüler Joseph Szigetis in der Schweiz. Als Solist wurde er neben dem Israel Philharmonic Orchestra unter Zubin Mehta, u. a. von den wichtigsten Orchestern aus Philadelphia, San Francisco, Paris, Madrid, Tokyo, Manila, Caracas, den Rundfunkorchestern Kopenhagen und Stuttgart, den Münchner Philharmonikern und dem Orchestre de la Suisse Romande begleitet, unter Dirigenten wie Celibidache, Bernstein, Ceccato oder Arthur Fiedler.

Legendär wurden seine Solo-Auftritte im New Yorker Lincoln-Center mit Bach-Partiten und Stockhausens “Zodiac“. Neben der Beherrschung des gesamten gängigen Repertoires hatte Rogoff auch immer die Bereitschaft, sich völlig in den Dienst entlegener Literatur zu stellen, so z. B. mit der Erstaufführung des Violinkonzert zu stellen. so z. B. mit der Erstaufführung des Violinkonzerts des großen Norwegers Fartein Valen in der Carnegie Hall und Kopenhagen.

Kritikerpapst Stuckenschmidt erklärte 1982 bei den Berliner Festwochen nach der Aufführung des Violinkonzerts von Alban Berg mit den Münchner Philharmonikern unter Sergiu Celibidache, diese Darbietung stimme mit dem letzten Willen des Komponisten - den er noch kannte - überein, wie keine andere.

Rony Rogoff veröffentlichte Aufnahmen u.a. bei Sony, Denon und Columbia und nahm weltweit bei zahlreichen Rundfunkanstalten auf.

Die über viele Jahre währende Zusammenarbeit mit Celibidache war musikalisch sicher die prägendste im Leben Rogoffs. Zusätzlich ließ der ständige Austausch mit vielen erstklassigen Künstlern ihn weltweit zu einem der erfahrensten Violinpädagogen werden. Hinter seine Arbeit als Lehrer hat er inzwischen auch seine solistische Tätigkeit weit zurückgestellt. Er gibt regelmäßig Meisterkurse in Südamerika, Japan, Österreich und Deutschland. Seit 1976 ist Rony Rogoff auch kontinuierlich als Orchestererzieher und Dirigent tätig, so zunächst beim Danish Radio Orchestra, dann u.a. beim Münchner Jugendorchester, beim Cervera Festival Orchestra, bei zahlreichen Orchestern in Japan, Manila und Venezuela.

Ab 1994 begann er mit dem Aufbau der Accademia Musicale di San Giorgio, die sich seit 1999 unter dem Dach der Fundazione Giorgio Cini in Venedig befindet und deren Künstlerischer und Musikalischer Leiter er heute ist.

 

Peter Sadlo & Friends

Der frühkindliche Radau an Mutters Kochtöpfen steht bei Peter Sadlo Pate für eine der geradlinigsten, aber auch ungewöhnlichsten, weil auf außergewöhnlichem Talent beruhenden Karrieren im Fach Schlagzeug. Im Alter von zwölf Jahren ist er Gaststudent am Meistersinger-Konservatorium in Nürnberg. Dann folgt mit dem Wechsel an die Musikhochschule Würzburg eine wegweisende Begegnung im Leben des Trommel-Talents: Sadlo trifft auf Siegfried Fink, den damaligen Doyen der deutschen Schlagzeugkunst, der ihn nach Kräften fördert. 1982, Peter Sadlo ist gerade 20 Jahre alt, folgt seine Berufung zum Solopauker bei den Münchner Philharmonikern. Und hier begegnet Peter Sadlo zum zweiten Mal einem Meister, der seinen weiteren Weg mitbestimmen wird: Sergiu Celibidache, der charismatische Chefdirigent der Münchner Philharmoniker.

Nicht nur seine fast 20jährige Tätigkeit im Orchester, die Peter Sadlo mit fast allen bedeutenden Dirigenten wie z. B. Leonard Bernstein, Seiji Ozawa, Lorin Maazel, Zubin Mehta, Daniel Barenboim u.v.a. verbrachte, haben ihn musikalisch geprägt, sondern auch sein großes Interesse für Kammermusik mit musikalischen Verbindungen in die ganze Welt. Mit Martha Argerich, Markus Stockhausen, Clemens Hagen und den Solisten der Berliner und Wiener Philharmoniker musiziert er auf den Konzertpodien der ganzen Welt. Eine ganz besondere musikalische Freundschaft verbindet ihn mit dem Geiger Gidon Kremer, mit dem er schon zahlreiche Kammermusikprojekte verwirklicht hat.

Peter Sadlos stärkste künstlerische Herausforderung gilt jedoch seinen Aktivitäten als Solist. Die zahlreichen Einladungen zu den renommiertesten Orchestern und Festivals zeigen das Interesse an dem außergewöhnlichen Künstler. Ständig auf der Suche nach neuen Klangerlebnissen regte er unzählige für ihn geschriebene Kompositionen an. Und allmählich haben auch die Plattenfirmen begriffen, dass es sich meist mehr lohnt, ein vermeintlich unpopuläres Schlagzeugstück auf CD zu pressen als die neunundneunzigste Aufnahme eines Klassikers auf den Markt zu bringen. Neben der reinen Interpreten Karriere will Peter Sadlo sein Können und seine Erfahrung an die junge Generation weitergeben. Seit 1983 unterrichtet er an der Münchner Musikhochschule, als erst 28jähriger wird er zum Professor an die Universität Mozarteum Salzburg berufen.

Nicht nur als Solist ist er ständig auf der Suche nach neuen Anschlagsarten. Dies wurde 1997 auch Thema seiner Dissertation, mit der er die Doktorwürde im Fach Musikwissenschaften erlangte. Auch im Bereich der Instrumentenentwicklung bedeutet sein Rat für viele Hersteller von Schlagzeuginstrumentarien eine wegweisende Hilfestellung. Bei verschiedenen Verlagen ist er mit Kompositionen, Bearbeitungen und eigenen Schulwerken vertreten. Von der eigenen Schlägelserie bis hin zur Paukenentwicklung reichen seine außermusikalischen Aktivitäten. Eine Wissenschaft für sich bedeutet auch die Übersicht über die rund hundert gebräuchlichen Einzelinstrumente des gesamten Schlagzeugapparates. Dazu kommen noch unzählige Klangerzeuger, die sich Musiker wie Peter Sadlo selbst herstellen. Die Palette reicht von einem Waschbrett, Bremstrommeln, Blumentöpfen bis zum Gebiss eines toten Esels.